Fallgeschichte                        A. Jüngling         10.02.04 

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Eine junge schlanke Frau wird Ihnen in der Ersten Hilfe vorgestellt, die bereits am Vortag von den Internisten gesehen worden war.

Gestern hatte sie diffuse Bauchschmerzen angegeben. 
Eine Gastroenteritis war diagnostiziert worden, wie Sie dem grünen Erste Hilfe-Schein von gestern entnehmen.

Heute klagt die Patientin über rechtsseitigen Unterbauchschmerz. Der Pförtner hat hier die Weichen gestellt und diesmal Ihnen, dem Chirurgen die Patientin zugewiesen.

Sie schlagen die Bettdecke zurück und sehen eine ca 3x3cm große Vorwölbung in der rechten Leiste. Die Diagnose steht für Sie fest - eine Blickdiagnose.

Wenn Sie sich ebenfalls sicher sind, was hier vorliegt, blättern Sie weiter........

 

 

 

 

 

 

 

Richtig: die Diagnose Leistenbruch drängt sich hier auf.
 

Es juckt Sie sofort in den Fingern, die Hernie zu reponieren.
Werden Sie diesem Impuls nachgeben?
 

ja                 nein
 

 

 

 

 

 

 


 ja:

Das ist ein Fehler.
 

Sie müssen aufgrund der über 24stündigen Anamnese eine Nekrose befürchten.
Eine Hernie, die länger als 6Stunden eingeklemmt ist sollte nicht reponiert, sondern sofort operiert werden. Dabei Eröffnung des Bruchsackes vor der Reposition, um den Bruchsackinhalt beurteilen zu
können.

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 nein, keine Reposition
 

Eine Hernie, die länger als 6 Stunden besteht, sollte nicht reponiert werden. Eine Notoperation ist indiziert.
 

Es gibt weitere Fragen zu klären.
 

Angenommen, Sie haben ein Sonografiegerät zur Verfügung und sind motiviert, selbiges auch einzusetzen.

Lohnt sich eine sonografische Untersuchung der Patientin?

            ja               nein           

 

 

 

 

 

 

 


nein, lohnt sich nichtDie Indikation zur Operation ist ohne weitere Diagnostik zu stellen. 

Um zu klären, ob die Patientin einen Ileus hat, müssen Sie die Darmperistaltik auskultieren und eine Abdomen-Übersicht anfertigen lassen. Die Abdomen-Übersicht können Sie durch eine sonografische Untersuchung einsparen.

Für den geübten Untersucher ist das zeitsparender als erst auf eine Röntgen-Untersuchung zu warten.

Des weiteren: Sie können klären,
        was sich im Bruchsack befindet,
        ob Sie Zeichen der Einklemmung erkennen,
        ob Sie vielleicht doch nur vergrößerte Lymphknoten sehen.

Sie entscheiden sich doch, eine Sonografie durchzuführen.

 

 

 

 

 


 


ja, lohnt sich

Sie müssen klären, ob die Patientin einen Ileus hat. Das erfordert zunächst die Auskultation des Abdomens.

In der Regel wird eine Abdomen-Übersicht verlangt.
Die Sonografie kann das Röntgenbild ersetzen.

Des weiteren können Sie Aussagen darüber gewinnen,

Differentialdiagnosen wären: Varixknoten, vergrößerte inguinale Lymphknoten.

Sie schreiten zur Tat ...

 

 

 

 


Sie halten den Schallkopf über die Vorwölbung und können die folgenden sonografischen Bilder festhalten:
 

Schauen Sie sich zunächst alle drei Bilder an.