Bei eingeklemmten Hernien fehlt das Zeichen der relativen Bewegung im Leistenkanal oder femoral. Die sonomorphologische Differenzierung wird wichtiger.
Im Bruchsack enthaltener Darm ist meist gut erkennbar. Wenn zwei Darmquerschnitte unterscheidbar sind, kann eine eingeklemmte Darmschlinge diagnostiziert werden. Im Bereich der Bruchpforte ist der Darm oft so komprimiert, dass dieser Bereich nicht genau identifiziert werden kann. Die Verbindung nach intrabadominal kan schwer darstellbar sein.
Im Bruchsack enthaltenes Fettgewebe ist als echogenes Gewebe darstellbar. Bei Einklemmung von Fettgewebe oder Darm befindet sich meist Flüssigkeit im Bruchsack, der dadaurch besser sonografisch abgrenzbar ist.
Die fortgeschrittene Darmnekrose kann die Wandschichtung soweit aufgelöst sein, dass Darm als solcher nicht sicher erkannt werden kann. Die klinische Symptomatik ist hier meist eindeutig. Sonografisch sieht man eine runde liquide Struktur. Die sonografische Aussage, dass es sich nicht um solide echoarme Lymphknoten handelt, sollte bei entsprechender Klinik reichen, um die Operationsindikation zu stellen.
Wenn nur ein runder Querschnitt dargestellt werden kann, muß man an Gleitbrüche denken oder bei echoarmem Inhalt wie Serom an eine Hernierung der Harnblase. Ein eingeklemmter Bruch ist klinisch oft einfacher erkennbar als sonografisch! Das heißt, man nehme einen negativen sonografischen Befund keinesfalls zum Anlass, einem klinischen Befund nicht zu glauben.