Inguinalhernien erfordern das Aufsetzen des Schallkopfes über dem Leistenkanal. Den Leistenkanal exakt einzustellen ist nicht einfach und übungsbedürftig.
Der Schallkopf wird quer über der vermuteten Hernie aufgesetzt.
Entgegen der Konvention setze ich den Schallkopf so auf, wie ich die Leiste sehe. Bei der rechten Leistenhernie: links im Bildschirm ist lateral, rechts im Bildschirm medial. Bild und Bewegung lassen sich dann einfacher koordinieren.
Der Schallkopf wird wenige Millimeter nach lateral versetzt und im Uhrzeigersinn in den Winkel des Leistenkanales gedreht.
Bei der Frau muss in dieser Position nach der Hernie gesucht werden. Das Ligamentum teres uteri ist selten als Leitstruktur eindeutig darstellbar.
Beim Mann ist die Untersuchung einfacher.
- Durch kleine Bewegungen mit dem Schallkopf kann der Samenstrang als ca 2mm durchmessende echoarme Struktur angeschnitten werden. Der Samenstrang ist immer leicht gewunden. Das heißt er verläßt das Schittbild nach kurzer Strecke wieder. Wenn der Samenstrang identifiziert ist, wird der Schallkopf nach lateral verschoben bis zu dem Bereich wo der angulus prifundus vermutet wird, der Samenstrang macht hier seinen Bogen nach unten (schallkopffern). Zum Samenstrang gehörendes Gewebe ist meist vom anders strukturierten subkutanen Fettgewebe abgrenzbar.
Diese Position muß gehalten werden, wenn der Patient das Valsalva-Manöver ausübt.
- Beim Mann besteht eine zweite Untersuchungsmöglichkeit darin, den Leistenkanal unter sonografischer Sicht auszutasten. Der Untersuchungsfinger wird nach Aufladen des Skrotums in den Leistenkanal vorgeschoben. Der Anulus inguinalis kann so leichter identifiziert werden.
| Die reponible Leisten- oder Schenkelhernie ist
sonografisch nur dann erkennbar, wenn der Bruchsack durch einströmendes Fettgewebe
ausgefüllt wird. Die runde Begrenzung des Sackes und die Bruchpforte sind dann erkennbar. |
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